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Zuckerarten

Zuckersteuer ja oder nein? In Großbritannien gilt ab dem 6. April 2018 eine zusätzliche Unternehmenssteuer auf stark zuckerhaltige Getränke. Wie sinnvoll ist es, diese Steuer auch in Deutschland (wieder) einzuführen?

Wir schreiben das Jahr 1993 – die Zuckersteuer wird in Deutschland abgeschafft. Ja, ihr lest richtig, es gab sie schon einmal bei uns. Das damalige Gesetz stammte aus dem Überseehandel-Zeitalter des 19. Jahrhunderts und war für die Verantwortlichen im Hinblick auf den Handel im europäischen Binnenmarkt eine Art "Wettbewerbsverzerrung" – soweit die Argumentation damals.

Heute, im Jahr 2018, führt Großbritannien nach Belgien, Frankreich, Irland und Mexiko eine solche Zuckersteuer wieder ein, um durch Zucker begünstigte Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes Typ 2 oder Karies den Kampf anzusagen. Nun fordert die Verbraucherorganisation , eine solche Steuer in Deutschland auch (wieder)einzuführen.

Wie sieht das Zuckersteuer-Modell in Großbritannien aus? Getränkehersteller müssen für ihre starkgezuckerten Limonaden 20 Prozent mehr Abgaben bezahlen. Dabei wird die Steuer ab einem Grenzwert von 5g Zucker pro 100ml fällig. Enthalten die Getränke nach Inkrafttreten des Steuergesetztes mehr als 8g Zucker pro 100ml fällt die Abgabe sogar noch höher aus. 

Wie reagierten die Limonaden-Hersteller in Großbritannien? Seit der Ankündigung der Zuckersteuer vor zwei Jahren haben die ersten großen Marken reagiert und den Zuckergehalt in einigen Getränken teilweise um mehr als 50% gesenkt (siehe Grafik unten, ), um diese Steuer einzusparen. So gesehen hat sich der Schritt zu einer Zuckersteuer bereits gelohnt. Allerdings haben die Getränkehersteller den Zuckergehalt zwar reduziert, die fehlende Süße jedoch durch andere Süßstoffe ersetz. Eine ebenfalls sinnvolle Entwöhnung von süßen Lebensmitteln, gerade bei Kindern, wird laut Foodwatch so verfehlt.

Zuckersteuer

Schauen wir auf Deutschland: Fanta, Sprite und Co. haben in Deutschland per se mehr Zuckergehalt als die Getränke in Großbritannien – die britische Fanta (vor der Steuer) hat 6,6g/100ml, die deutsche Fanta hingegen 9,1g/100ml. Würde das britische Steuermodell in Deutschland eingeführt, wäre das Zucker-Einsparpotenzial also noch größer als bei bei den Briten.

Foodwatch fordert für Deutschland ebenfalls eine 20-prozentige Steuer auf starkgezuckerte und süßstoffhaltige Getränke. Gleichzeitig sollen Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer gänzlich befreit werden. Wir fragen uns deshalb: Macht es Sinn, in Deutschland finanzielle Anreize für eine gesunde Ernährung zu schaffen? Eure Meinung zum Thema interessiert uns! Stimmt über das Barometer ab und hinterlasst doch einfach einen Kommentar unter dem Artikel.